
Büschel
Wieso dieses Wort die ganze Zeit?
Vielleicht haben sich manche schon gefragt, warum das Wort „Büschel“ überhaupt so oft mit den Jasskarten in Verbindung steht oder wieso es so prominent auf der Verpackung der Vorarlberger Jasskarten prangt.
Im Standarddeutschen bezeichnet ein Büschel ein kleines Bündel gleichartiger, meist lang gewachsener Dinge, etwa ein Büschel Gras, Heu oder Haare.
Im alemannischen Sprachgebrauch, wie er in Vorarlberg lebendig ist, hat das Wort jedoch eine erweiterte Bedeutung: Hier verwendet man „Büschel“ beispielsweise auch für Papier, etwa "ein Büschel Briefe", "ein Büschel Zeitungen", oder, für in diesem Fall ganz besonders relevant, für eine Handvoll Spielkarten.
Diese regionale Sprachfärbung hat mich dazu inspiriert, „Büschel“ als Namen für das Kartendeck zu wählen, als ein bewusst gewähltes, mundartlich verankertes Synonym für das, was im Hochdeutschen vielleicht schlicht „Kartenset“ oder „Deck“ heißen würde. Der Begriff ist bildhaft, eigenständig und tief in der Sprache Vorarlbergs verwurzelt, genau wie die Karten selbst.
Grammatische Eigenheit
Vielleicht ist dieser vermeintliche Fehler einigen schon aufgefallen: Im Standarddeutschen ist „Büschel“ ein grammatisches Neutrum (das/ein), also man das Büschel.
In Vorarlberg jedoch wird das Wort interssanterweise im Dialekt wie ein Maskulinum verwendet. Man sagt „dar Steackabüschel“,„dar Büschel Papier“ oder eben ganz selbstverständlich „dar Vorarlberger Büschel“. Diese maskuline Färbung entspricht dem regionalen Sprachgefühl und unterstreicht noch einmal die Eigenständigkeit des Begriffs.
Im Dialekt greift man auchzur Verniedlichungsform um in einer vertrauten oder liebevollen Art über die Karten zu sprechen: das Büschile