
Weli
Was ist das?
Der Weli ist wahrscheinlich die außergewöhnlichste Karte in den einfach- und doppeldeutschen Spielkarten und entspricht dem Schellen-Sechser. Der Weli sticht allerdings dadurch hervor, dass er neben den Schellen auch zwei Zusatzfarben trägt: Neben den Schellen-Symbolen sind nämlich auch eine Eichel und ein Herz abgebildet. Über den Symbolen prunkt außerdem der Name der Karte in Großbuchstaben: „WELI“.
Seinen Namen verdankt die Karte einer Lautverschiebung im austro-bairischen Dialekt vom italienischen „belli“ (für Schellen) zu „Welli", ähnlich wie vom italienischen „battare“ (klopfen, schlagen) zum Wort „Watten“, dem ostösterreichischen Kultspiel. Bis etwa 1840 wurde die Karte meist noch mit Doppel-L als „WELLI“ geschrieben.
Aufgrund dieser Zusatzfarben werden dem Weli in vielen Kartenspielen besondere Regeln zuteil, weshalb man ihn oft auch als den „Joker der Alpen“ bezeichnet.
Der, die oder das Weli?
Ein großes Rätsel gibt der Weli allerdings noch beim grammatikalischen Geschlecht auf. Laut Duden ist die Karte im Standarddeutschen als Maskulinum definiert, also als „der Weli“, seltener auch als Femininum als „die Weli“.
Dabei wurde bisher jedoch kaum beachtet, dass die Karte in Vorarlberg meist als Neutrum angesehen wird, also als „das Weli“ oder im Dialekt kurz als „s’Weli“. Dementsprechend ist er eines der wenigen Wörter im Deutschen, bei dem man sich tatsächlich um alle drei Genera streiten kann!
Das Weli im Spiel
In vielen Jassvarianten gibt es die Regel, dass der Spieler, der das Weli hält, das Spiel beginnen darf und den Trumpf für die Runde anzusagen, also die Farbe, die in dieser Runde alle anderen sticht.
